Was sie schon immer über Reifen wissen wollten....

Vorab gilt zum Thema Reifen immer: 

Ein selbst verschuldeter Unfall aufgrund falscher oder gar abgenutzter oder zu alter Reifen ist fast IMMER dramatisch teurer als ein Reifenkauf!

Trotzdem kann man ohne bei der Sicherheit große Abstriche machen zu müssen, einiges an Geld einsparen wenn man sich für einen Reifentyp entscheidet der den eigenen Nutzungsgewohnheiten am Besten entspricht. 

Denn der Reifen der alles "am Besten" kann, muss wohl erst noch erfunden werden.....

Typ- Beratung statt "Reifenberatung": 

Wozu soll ich als Händler meinem Kunden der mit seinem Opel Corsa D täglich 7 Kilometer zur Arbeit fährt und Samstags zum Einkaufen, einmal im Jahr zum Flughafen unterwegs ist, den gleichen High Performance Reifen empfehlen wie dem Kunden der mit seinem bis zum Anschlag getunten Golf 4 R 32 am Wochenende als Privatfahrer über den Nürnburgring "kachelt" und dort die "Grenzerfahrung" oder Nahtod Erfahrungen sucht oder sammelt?

 

Zu einer reinen Reifenberatung suche ich egal zu welchem Kunden und vollkommen unbeschadet dessen Nutzungsverhalten, stets den "besten Reifen" laut Testergebnis heraus und werde dazu sehr wahrscheinich stets den teuersten (oder zumindest einen der teuersten) Reifen am Markt empfehlen.

 

So sehr der eine Kunde selten schneller als 80 fährt, mein anderer Kunde ständig am Grenzbereich des Reifens unterwegs ist.

 

Daher ist eine reine "Reifenberatung" im Grunde recht unsinnig und kommt den Kunden am Ende obendrein auch noch finanziell teuer zu stehen.

 

Ganz davon abgesehen wird der Kunde mit dem Corsa D zu seinen Fahrgewohnheiten nie in die Lage kommen, herauszufinden was seine extrem teuren Reifen alles "können" zu Grenzbereichen. 

Deswegen stellen wir in unseren Beratungsgesprächen auf Ihr persönliches Nutzerprofil ab. 

Denn jeder Reifentyp hat typische Stärken und typische Schwächen. 

Der Reifen für den Wenigfahrer mit Kompaktwagen auf Kurzstrecke bis 5.000 Kilometer pro Jahr: 

Hier bietet sich ein ordentlicher Mittelklasse - Ganzjahresreifen an. Dieser Reifen liegt zu den Anschaffungskosten in Etwa beim Preis eines ordentlichen Winterreifens. Sein großer Vorteil: Man kann diesen Reifen das ganze Jahr über fahren, muss also keinen Reifenwechsel machen und auch keinen 2. Reifensatz einlagern und vor halten. Da hat man schnell mal je nach Auto, 400 bs 1.200 EUR einmalig eingespart und hat zum jährlichen Reifenwechsel keine Rennerei oder Terminstress. 

Der Ganzjahesreifen kann im Grenzbereich wenn man es richtig "krachen" lässt in der Regel zwar nicht so ganz mit einem sehr guten Sommerreifen und auf Schnee und Eis einen sehr guten Winterreifen mithalten, macht aber bei normaler Fahrweise trotzdem eine richtig gute und ausgewogene Figur: Sowohl im Sommer, als auch im Winter. 

Ja, Ganzjahresreifen verschleißen auch etwas schneller im Sommer als Sommerreifen. Stimmt! 

Da bei den Nutzungsgewohnheiten dieser Kundengruppe aber ohnehin selten Fahrten im Grenzbereich anstehen und auch die jährliche Kilometerleistung nur gering ausfällt, kann man mit den relativen "Schwächen" der meisten Ganzjahresreifen sehr gut leben und viel Geld sparen. 

Der durchschnittliche Nutzer (ca. 12.000 Km pro Jahr) mt einem normal motorisierten Mittelklasse KFZ auf Serienfelgen:

Hier ist oft ein hochwertiger Ganzjahresreifen hinsichtlich des Preis - Leistungsverhältnisses die erste Wahl.

 

Die Vorteile sind wie zuvor beschrieben, da aber zu dieser Nutzungsweise gelegentlich längere Autobahnfahrten bei höherer Geschwindigkeit vor kommen, sollte der Ganzjahresreifen besonders im Sommer guten Griff bieten.

 

Da man Reifen die im Winter genutzt werden, ohnehin nach 4 Jahren austauschen sollte, reicht unter dem Verschleißaspekt oft der hochwertige Ganzjahresreifen meist gerade noch so eben aus wenn es um die Verschleißgrenzen nach 4 Jahren geht. 

Der Vielfahrer oder Besitzer sportlicher Limousinen/Kombis: 

Hier kommt man um die Nutzung getrennter Sommer- Und Winterreifen vermutlich nicht herum. Ein guter bis sehr guter Sommerreifen bietet verglichen zum Ganzjahesreifen im Sommer die bessere Performace im Grenzbereich und bei sehr hohen Geschwindigkeiten. Dazu hat er im Sommer bessere Verschleißeigenschaften. 

 

Sparen kann man ggf. an den Winterreifen indem man dort zu einem Mittelklasse Fabrikat mit geringerem Geschwindigkeitsindex (Aufkleber auf dem Tacho!!!) auf der Serienfelge greift, sofern man es im Winter zur eigenen Fahrweise ruhig angegen lässt. Was zu der kalten Jahreszeit ohnehin eigentlich selbstverständlich ist. 

 

Ganz nebenbei sind diese Reifen mit kleineren Serien Dimensionen nicht nur dramatisch billiger, sondern haben bei Schnee und Eis wegen der weicheren Gummimischung obendrein die besseren Eigenschaften als ausgesprochene Hochgeschwindigkeits - Winterreifen im Extra Breit Format.

 

Zusätzlich bietet eine Stahlfelge im Falle einer Bordsteinberührung zu einem winterlichen "Ausrutscher" mehr Widerstandskraft und ist zu den Kosten leichter zu ersetzen als ein teures Alu Sonderrad.  

Sportliche Fahrer mit nachgerüsteten Breitreifen auf Sportfelgen: 

Die erste Frage ist dazu: Ist der Fahrer wirklich ein "Sportfahrer" oder will der Kunde einfach nur eine optisch sportlich wirkende Rad/Reifen Kombination, ist aber sonst ein ehr gemütlicher oder normaler Fahrer?

 

Wir haben Kunden die am Wochenende mit dem privaten Wagen auf dem Nürnburgring richtig "krachen" lassen. Optik spielt da keinerlei Rolle. Wegen des teils welligen Bodenbelags empfehlen wir Reifen mit viel Eigendämpfungund exrem viel Grip auf trockener Straße. Zum Einsatz kommen Felgen von 15 und 16 Zoll mit 7 bis 8 Zoll Breite. Der Reifenquerschnitt liegt dabei zwischen 55 und 65 wegen des besseren Eigendämpfungsverhaltens.

 

Bei der Reifenwahl zählt für diesen Kundenstamm nur der maximale Grip auf trockener Straße und möglichst viel Eigendämpfung. 

 

Wer einfach nur eine richtig tolle Optik will, sonst aber ein ganz normaler Fahrer ist? Der wählt besser 18 oder 19 Zoll Felgen mit 35 bis 45 er Flankenhöhe. Was dann wirklich toll aus sieht. Allerdings weniger für den Sport taugt. 

 

Ratsam ist zu dieser Kundschaft ein Sommerreifen mit guten Allround Eigenschaften der einen schönen Kompromiss zwischen Laufruhe, gutem Verhalten auf trockener Straße und gutmütigem Verhalten auf nasser Straße bietet. 

Hinsichtlich der Winterreifen können beide Kundenstämme einiges an Geld sparen weil man im Winter einfach und sinnvollerweise auf die Serienfelgen mit Serienbereifung zurück greift.Bevorzung zu Reifen die einen niedrigeren Geschwindigkeitsindex haben und daher mit weicheren Gummimischungen daher kommen können. 

 

Das schont die sportlichen Sommer - Alufelgen und hinsichtlich Kauf der Winterreifen die zur Serienfelge deutlich kleiner ausfallen und viel öfter produziert werden, diverse EUR. Damit die Reifen nicht zu mickrig im Radkasten stehen, retten Distanzscheiben (auch Spurverbreiterung genannt) die Optik des Wagens recht leidlich. 

Sondernutzungen: 

Mancher Fahrer hat besondere Nutzungsumstände die bei der Reifenwahl eine entscheidende Rolle spielen: Dazu zwei Beispiele: 

Fahrer die jählich in den Wintersport fahren, benötigen nicht nur sehr gute Winterreifen. Sie benötigen zusätzlich auch eine Reifengröße zu der das genutzte KFZ auch mit Schneeketten betrieben werden kann. .  

Fahrer die einmal im Jahr ins außereuropäische Ausland (z.B. Türkei) reisen, benötigen eine gängige Reifengröße die im Falle einer Reifenpanne auch am Reiseziel halbwegs problemlos zu beschaffen ist. 

Daher haben wir in unseren Beratungsgesprächen nicht "den besten Reifen" sondern UNSEREN KUNDEN und dessen Nutzungsverhalten im Auge. 

Reifentypen: 

- Sommerreifen

Diese Reifen sind gut auf trockenerStraße und bei Regen, aber vollkommen ungeeignet bei Glätte oder Schnee da deren Gummimischung bei Kälte zu hart wird und sich das Profil mit Schnee zu sezt. Der Reifen hat dann keinen Griff auf der Straße und rutscht.

- Winterreifen: 

Diese Reifen sind gut im Winter. Sie haben eine weiche Gummimischung die auch bei niedrigen Temperaturen gut greift und ein Profil was sich nicht mit Schnee zu setzt. Im Sommer ist die Mischungzu weich. Der Reifen nutzt sehr schnell ab und neigt bei trockener Straße dazu, auf seinem eigenen Abrieb ins Rutschen zu geraten. Man erkennt sie am Schneekristall- Symbol auf der Reifenflanke.

- Ganzjahresreifen: 

Diese Reifen sind eine Mischung aus beiden Typen: Sommer- und Winterreifen. Dieser Reifentyp eignet sich besoders für Fahrer die nicht so viel fahren, es im Sommer nicht allzu sportlich angehenlassen und in Gegenden unterwegs sind wo im Winter nicht allzu viel Schnee fällt. Auch sie haben das Schnekristall Symbol auf der Reifenflanke. 

- Geländereifen:

Diese Reifen sind grobstollig und zum Einsatz auf unbefestigten Wegen vorgesehen.. Als Straßenbereifung sind diese Reifen wegen des hohen Abrollgeräuschs weniger geeignet. Obendrein sind die verfügbaren Reifengrößen üblic nur auf Geländewagen zulässig. 

- Runderneuerte Reifen: 

Dieser Reifentyp wird aus gebrauchten aber geprüften Reifen hergestellt bei denen die Lauffläche (Profil) erneuert wurde. Dieser Reifentyp ist wegen seines Recycling unweltfreundlich und preisgünstig, gilt aber im "Volksmund" auch als weniger "sicher" hinsichtlch seiner Haftung auf der Straße, was nicht unbedingt in der Praxis zutreffen muss. 

Reifengrößen richtig lesen und verstehen: 

Auf jedem Reifen stehen die Reifenabmessungen. Zum Beispiel: 205/16 HR 65T. Was soll uns das sagen?

Die erste Zahl 205 steht für die Reifenbreite. Die zweite Zahl 16 für den Reifendurchmesser. Der Buchstabe steht für den Geschwindigkeitsindex und die letzte Zahl 65 für die Höhe der Reifenflanke in % zur Reifenbreite. Mitunter steht hinter der letzten Zahl noch ein weiterer Buchstabe. Dieser gibt den Traglastindex, also das Gewicht was der Reifen tragen darf, an. 

Benutzen darf man grundsätzlich nur die Reifen die von der Größe her auch für dieses KFZ zugelassen und im Fahrzeugschein eingetragen sind. 

Zwar kann man sich vom TÜV auch andere Reifengrößen eintragen lassen, meist sind dafür dann aber andere Felgen erforderlich.